Ein vom Möbiusband inspirierter Pavillon aus 70 % recyceltem Stahl
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Der luxemburgische Pavillon der Expo 2020 Dubai ist nicht nur ein markantes architektonisches Zeichen, sondern auch ein Beispiel für zirkuläres Bauen und nachhaltige Konstruktion. Eine der zentralen Vorgaben der Weltausstellung war, dass 70 % der verwendeten Materialien aus recycelten Quellen stammen mussten. Diese Anforderung beeinflusste die Entscheidung für Stahl als Hauptbaumaterial des Pavillons, da er sowohl große konstruktive Flexibilität als auch die Möglichkeit der Wiederverwendung bietet.
Stahl war jedoch nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit entscheidend, sondern auch für die komplexe Geometrie des Möbiusbandes. Die verdrehte, durchgehende Form ließ sich ausschließlich mit Stahl realisieren. Ursprünglich war vorgesehen, den Pavillon nach Ende der Expo zu demontieren und nach Luxemburg zurückzubringen. Dies erforderte vorgefertigte, langlebige und wiederverwendbare Bauteile. Später entschieden die Behörden in Dubai, den Pavillon dauerhaft zu erhalten. Diese Entscheidung unterstreicht die Qualität und Langlebigkeit der verwendeten Materialien, macht jedoch auch deutlich, dass das Gebäude unter den klimatischen Bedingungen vor Ort dauerhaft instand gehalten werden muss.
Die Stahlkonstruktion des Pavillons umfasst rund 500 Tonnen Material, das entsprechend seiner jeweiligen Funktion optimiert wurde. Stahlrohre bilden die Hülle des Möbiusbandes, H-Träger übernehmen die tragende Konstruktion und speziell entwickelte Verbindungselemente fügen die einzelnen Bauteile zusammen. Die Elemente wurden von ArcelorMittal in Luxemburg vorgefertigt und präzise auf die PTFE-Membran abgestimmt, die sich nicht nachspannen ließ. Nur durch diese exakte Abstimmung konnte die passgenaue Ausführung der gekrümmten Gebäudehülle gewährleistet werden.
Eine weitere technische Herausforderung bestand darin, die Ausstellungsbereiche entlang der geneigten Rampe zu integrieren. Der Pavillon verfügt über eine doppelt gekrümmte Konstruktion mit einer Brandschutzschicht, wodurch parallele Wände erforderlich waren, um die Ausstellungselemente zu tragen. Dazu gehörte unter anderem ein 80 Meter langes Möbelstück, das in Deutschland vorgefertigt und als Ganzes nach Dubai transportiert wurde. Das Zusammenspiel aus präziser Ingenieurplanung, Vorfertigung und einer nachhaltigen Materialwahl zeigt, wie sich anspruchsvolle Architektur und ökologische Verantwortung miteinander verbinden lassen.
Der luxemburgische Pavillon zeigt, wie sich die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft auf ein internationales Architekturprojekt übertragen lassen. Durch die Wiederverwendung von Stahl und die Auslegung auf eine langfristige Nutzung entsteht ein Beispiel für nachhaltiges, anpassungsfähiges und langlebiges Bauen, das ökologische Verantwortung mit architektonischem Anspruch verbindet.
Fotos © Phil Handforth