Wie der Paul Wurth-Hauptsitz Arbeiten und urbanes Leben miteinander verbindet
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Mit der Neugestaltung des Paul Wurth-Hauptsitzes in Hollerich verfolgt Metaform einen neuen Ansatz für Unternehmensarchitektur in Luxemburg. Anstelle eines abgeschlossenen Bürocampus entstand eine offene Gebäudestruktur, die sich bewusst in das städtische Umfeld einfügt. Nur wenige Gehminuten vom Luxemburger Hauptbahnhof entfernt und eingebettet in eines der dichtesten Stadtviertel der Hauptstadt verbindet der neue Hauptsitz die Aktivitäten des Unternehmens mit dem umliegenden Stadtteil.
Dieser Ansatz steht für ein verändertes Verständnis von Unternehmensstandorten in der Stadt. Große Firmengelände sind häufig nach innen gerichtet und auf betriebliche Abläufe sowie Sicherheitsanforderungen ausgerichtet. Der Paul Wurth-Hauptsitz verfolgt dagegen ein anderes Konzept. Bereiche des Geländes bleiben auch außerhalb der Arbeitszeiten zugänglich und stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung. So können beispielsweise die Parkflächen nach Büroschluss öffentlich genutzt werden, während sich das Auditorium für Konzerte und kulturelle Veranstaltungen öffnet. Die Freiräume des Geländes sind als Aufenthalts- und Begegnungsorte für Anwohner sowie Besucher gestaltet und sorgen dafür, dass das Viertel auch über den Arbeitstag hinaus belebt bleibt.
Im Mittelpunkt des Projekts steht ein neuer öffentlicher Platz, der als gemeinsamer Treffpunkt für Mitarbeitende und die Nachbarschaft dient. Der offene Innenhof schafft neue Wege durch das Areal, verbessert die Durchlässigkeit innerhalb des Viertels und verknüpft die umliegenden Straßen miteinander. Terrassen, die der natürlichen Topografie folgen, bilden informelle Sitzbereiche und Orte der Begegnung. So entstehen Räume, die den Austausch zwischen unterschiedlichen Generationen und Nutzergruppen fördern und den Hauptsitz nicht nur als Arbeitsort, sondern als Teil des öffentlichen Raums verstehen.
Die Umsetzung dieses Konzepts erforderte eine sorgfältige Überarbeitung der städtebaulichen Rahmenbedingungen, um diese hybride Nutzung zu ermöglichen. Nach den Worten des Metaform-Gründungspartners Shahram Agaajani bestand das Ziel darin, die Beziehung zwischen Unternehmen und Stadt neu zu denken.
Die dafür notwendigen Anpassungen der bestehenden Planungsvorgaben machten das Projekt zu einem der ersten seiner Art in Luxemburg, das Unternehmensinfrastruktur und öffentliche Nutzungen auf diese Weise miteinander verbindet.
Auch die architektonische Gestaltung folgt diesem Gedanken der Offenheit. Die denkmalgeschützten Industriehallen auf dem Gelände werden saniert und neuen Nutzungen zugeführt. Dazu gehören ein Restaurant sowie InCub, ein Start-up-Inkubator für Industrietechnologien. Ergänzende Neubauten greifen Proportionen und Architektursprache des Bestands auf und schaffen eine stimmige Struktur, die historische Bausubstanz mit zeitgenössischer Architektur verbindet. So entstehen Räume, in denen Innovation, Arbeit und öffentliches Leben nebeneinander Platz finden.
Ein markanter elfgeschossiger Turm bildet den südöstlichen Abschluss des Viertels und reagiert auf die unterschiedlichen Maßstäbe des städtischen Umfelds. Die unteren Geschosse beleben den Straßenraum durch gewerbliche Nutzungen und stärken den menschlichen Maßstab. In den oberen Etagen öffnen sich Ausblicke über die Stadt und begrünte Terrassen mit Blick auf den zentralen Platz. Dadurch wird die Verbindung zwischen Arbeitswelt und Stadtraum zusätzlich gestärkt.
Mit der Verbindung von öffentlichem Raum, Bestandssanierung und zeitgenössischer Architektur entwickelt der Paul Wurth-Hauptsitz eine neue Perspektive für Unternehmensstandorte in Luxemburg. Anstatt Unternehmensfunktionen von ihrem städtischen Umfeld abzuschirmen, zeigt das Projekt, wie Arbeitsorte zum sozialen und kulturellen Leben eines Viertels beitragen können.
„Das ist die Zukunft von Unternehmen in unseren Städten. Sie werden Teil des Viertels, in dem sie sich befinden, und können sich dauerhaft für die Öffentlichkeit öffnen.“
Das Projekt zeigt, wie sich Unternehmensarchitektur vom reinen Arbeitsort zu einem lebendigen Bestandteil der Stadt entwickeln kann, an dem Unternehmensinfrastruktur, öffentliches Leben und die Identität des Viertels zu einem gemeinsamen architektonischen Konzept zusammenfinden.