Beitrag von Shahram Agaajani für Paperjam zum Wohnungsbau und zur territorialen Entwicklung Luxemburgs
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Seit mehreren Jahren ist die Debatte über den Wohnungsbau in Luxemburg von einem Gefühl der Dringlichkeit geprägt: Steigende Preise, langwierige Verfahren und ein Mangel an verfügbaren Grundstücken werden immer wieder als Argumente dafür angeführt, mehr und schneller zu bauen. In seinem Beitrag für Paperjam plädiert der Architekt und Metaform-Gründer Shahram Agaajani dafür, über die unmittelbare Wohnungskrise hinauszublicken und eine grundlegendere Frage zu stellen: Wie soll Luxemburg sein Territorium langfristig entwickeln?
Vom Wohnungsbau zum Territorium
Die kürzlich angekündigten Vereinbarungen zur territorialen Zusammenarbeit sind ein wichtiger Schritt hin zu einer besseren Koordination zwischen den verschiedenen Akteuren und über administrative Grenzen hinweg. Für Shahram reicht Koordination allein jedoch nicht aus. Sie sollte zum Ausgangspunkt einer echten territorialen Strategie werden, die festlegt, wo Entwicklung stattfinden soll und warum.
Anstatt Gebiete lediglich deshalb zu entwickeln, weil sie verfügbar oder für eine Bebauung geeignet sind, plädiert er für bewusstere Entscheidungen darüber, wo entwickelt, wo bewahrt und welche Flächen unberührt bleiben sollen.
Über die nächste Krise hinausblicken
Dieser Ansatz bedeutet auch, die langfristigen Folgen der territorialen Entwicklung zu berücksichtigen. Neue Randgebiete benötigen Straßen, Versorgungsnetze und öffentliche Einrichtungen sowie die entsprechenden Ressourcen für deren Instandhaltung. Für Shahram müssen diese Kosten gemeinsam mit dem unmittelbaren Bedarf an Wohnraum betrachtet werden.
Der Beitrag richtet den Blick letztlich auf eine langfristigere Perspektive für Luxemburg, insbesondere auf die Frage, wie das Land im Jahr 2050 aussehen könnte. Die Herausforderung besteht, wie Shahram betont, darin, diese Perspektive zu einem Leitgedanken für die Entscheidungen zu machen, die heute getroffen werden.
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Foto © Paperjam: Guy Wolff/archive