Sportpark Kenn: Machbarkeitsstudie
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Was kann aus einem bestehenden Sportplatz werden?
Ein Fußballplatz wird häufig als Raum für eine einzige Nutzung verstanden. Doch was entsteht, wenn wir über das Spielfeld hinausblicken?
Für den Sportpark Kenn hat Metaform eine Machbarkeitsstudie entwickelt, die untersucht, wie ein bestehender Fußballplatz und die ihn umgebenden Flächen ein breiteres Angebot an Sport, Freizeit und alltäglichen Aktivitäten aufnehmen könnten. Anstatt das Gelände durch eine Vielzahl einzelner Einrichtungen zu erweitern, untersucht die Studie, wie die bestehenden Gegebenheiten und bisher wenig genutzten Flächen neu organisiert werden könnten, um einen vielfältigeren und besser vernetzten Sportpark zu schaffen.
Ausgangspunkt ist der bestehende Fußballplatz, seine Ausrichtung, seine Beziehung zu den umliegenden Terrassen und seine unmittelbare Nähe zum Wald. Diese Gegebenheiten bieten die Möglichkeit, das Gelände als zusammenhängenden Ort neu zu denken.
Mehr Raum für Sport und Begegnung
Eine der zentralen Ideen besteht darin, das bestehende Fußballfeld auf 90×55 Meter zu verkleinern. Dadurch könnten die bestehenden Verschattungsbedingungen verbessert und gleichzeitig Flächen für Terrassen, Aufenthaltsbereiche und zusätzliche Aktivitäten geschaffen werden.
Die Studie untersucht ein erweitertes Sport- und Freizeitangebot rund um das bestehende Fußballfeld. Dieses umfasst unter anderem Laufstrecken, Streetball, Beachvolleyball, Outdoor-Fitness, Yoga, Calisthenics, einen "Pumptrack", Tischtennis sowie einen erweiterten Spielplatz. Ein durchgehender Rundweg verbindet die verschiedenen Bereiche miteinander und schafft eine zusammenhängende räumliche Struktur. Dadurch wird der Sportpark nicht als Ansammlung einzelner, voneinander unabhängiger Einrichtungen wahrgenommen, sondern als abwechslungsreiche Abfolge unterschiedlicher Räume und Nutzungsbereiche.
Das Fußballfeld bleibt zentral, ist aber nicht mehr der einzige Grund, das Gelände zu nutzen.
Sport, Spiel und Landschaft verbinden
Der bestehende Spielplatz befindet sich auf einer tiefer gelegenen Terrasse und ist derzeit vom darüberliegenden Sportfeld getrennt. Die Studie untersucht, wie diese Beziehung durch Treppen, Terrassen, Rutschen und Kletterelemente neu gestaltet werden kann.
Der Hang selbst wird Teil des Spielplatzes und der Verbindung zwischen den verschiedenen Ebenen. Die Bewegung durch das Gelände kann so zu einer eigenen Aktivität werden und Sport und Spiel mit Orten zum Sitzen, Begegnen und Verweilen verbinden.
Auch die verschiedenen Nutzungen erhalten unterschiedliche räumliche Bedingungen. Aktivere Angebote wie Streetball, Beachvolleyball und den „Pumptrack“ werden im östlichen Teil des Geländes konzentriert, während ruhigere Aktivitäten wie Yoga, Calisthenics und Fitness im lichten Schatten eines Eichenhains angeordnet werden.
Integration des Waldes in den Park
Der umgebende Wald ist eines der prägenden Merkmale des Ortes. Anstatt ihn lediglich als Hintergrund zu betrachten, untersucht die Studie, wie seine Präsenz stärker in den Sportpark integriert werden kann.
Die Bepflanzung wird zu einem Mittel, um das Gelände zu strukturieren und unterschiedliche Atmosphären zu schaffen. Leichte, durchlässige Gruppen aus Hängebirken können rund um die Tribünen eine helle, von Licht und Schatten geprägte Umgebung schaffen. Dichtere Kombinationen aus Buchen und Eichen können ruhigere und stärker geschützte Bereiche für weniger aktive Nutzungen bilden. An anderer Stelle können kleinere Baumgruppen Schatten spenden und aktive Bereiche wie Streetball und Beachvolleyball räumlich strukturieren.
Zusammen bilden die unterschiedlichen Pflanzungen eine abwechslungsreiche Abfolge von Bereichen, die als „Waldräume“ bezeichnet werden können. Dabei reicht das Spektrum von offenen, gemeinschaftlich genutzten Flächen bis hin zu stärker beschatteten und ruhigeren Bereichen.
Von der grünen Fläche zur lebendigen Landschaft
Die Pflanzstrategie berücksichtigt auch das ökologische Potenzial des Geländes.
Die ausgewählten Arten orientieren sich an lokalen Pflanzengemeinschaften und typischen mitteleuropäischen Laubwäldern. Im Vergleich zu intensiv gemähten Rasenflächen kann eine mehrschichtige Vegetationsstruktur aus Baumkronen, Strauchschicht und Bodenvegetation eine größere Vielfalt an Lebensräumen und ökologischen Wechselwirkungen unterstützen.
Die Studie untersucht zudem, welchen Beitrag die Bepflanzung zur Verbesserung der Wasserinfiltration, zur Stabilisierung des Bodens und zur Abmilderung von Temperaturextremen leisten kann. Der Wald ist somit nicht nur eine gestalterische Ergänzung des Sportparks. Er wird Teil seiner ökologischen Leistungsfähigkeit und räumlichen Struktur.
Arbeiten mit dem Bestand
Die Machbarkeitsstudie untersucht zudem, wie das bestehende Gelände und die vorhandenen Materialien effizient weitergenutzt werden können. Bei der geplanten Anpassung des Fußballfeldes bleibt die bestehende Entwässerungsleitung erhalten. Gleichzeitig soll das anfallende Aushubmaterial möglichst vor Ort wiederverwendet werden, beispielsweise zur Modellierung von Terrassen und leichten Geländeerhebungen für die neuen Waldpflanzungen.
Dabei geht die Studie nicht von einer unbebauten Fläche aus, sondern knüpft gezielt an die vorhandenen Strukturen an: das Fußballfeld, die bestehenden Terrassen, den Hang, den Spielplatz und den umgebenden Wald.
Der Sportpark Kenn zeigt damit, wie eine bestehende Sportanlage vielfältiger gestaltet werden kann, ohne ihre ursprüngliche Funktion zu verlieren. Durch die Verbindung von Sport, Spiel, Landschaft und Bepflanzung entsteht ein zusammenhängender Freiraum, der über die reine Nutzung als Fußballplatz hinausgeht. Die Studie verdeutlicht, welches zusätzliche Potenzial in den bestehenden Flächen steckt, wenn sie nicht isoliert, sondern als Teil eines gemeinsamen räumlichen Zusammenhangs betrachtet werden.