2 Min. Lesezeit
4 Min. Lesezeit
Am 21. September 2026 besuchte die luxemburgische Sportministerin Martine Hansen die Baustelle des Vélodrome in Mondorf-les-Bains, um sich vor Ort ein Bild vom Fortschritt des Projekts zu machen. Zwei Jahre nach Beginn der Bauarbeiten nähert sich die Betonkonstruktion ihrer Fertigstellung, während die markante Dachstruktur nun zunehmend Gestalt annimmt.
Das von Metaform in Zusammenarbeit mit Mecanoo entworfene Vélodrome ist Teil eines größeren Sportkomplexes, der Radsport, Schwimmen, Schul- und Vereinssport, Training und Sportverwaltung miteinander verbindet. Statt als eigenständige Radsportanlage zu funktionieren, ist das Projekt als gemeinschaftlich genutzte Sportinfrastruktur konzipiert, die mit der zukünftigen Schule und dem weiteren Umfeld verbunden ist.
Mehr als ein Vélodrome
Im Zentrum des Komplexes befindet sich eine 250 Meter lange Radrennbahn, die für Training, Wettkämpfe und Sportveranstaltungen ausgelegt ist. Rund um die Bahn vereint das Projekt ein Schwimmbad, Sporthallen, eine Kletterwand, ein Restaurant sowie Räumlichkeiten für die Fédération du Sport Cycliste Luxembourgeois (FSCL).
Der Komplex wird auch von der internationalen Schule von Mondorf-les-Bains für den Sportunterricht genutzt werden, während eine Sportschule mit Übernachtungsmöglichkeiten Trainingslager und Sportmannschaften aufnehmen wird. Die Innenfläche im Zentrum der Radrennbahn, das sogenannte „Infield“, kann durch Netze unterteilt und für Aktivitäten wie Badminton und Basketball genutzt werden.
Diese Kombination verschiedener Nutzungen schafft Möglichkeiten, unterschiedliche Formen des Sports innerhalb derselben Infrastruktur zusammenzuführen, vom Radsport auf hohem Niveau und Training bis hin zum Schul- und Freizeitsport.
Ein Ökosystem gemeinschaftlich genutzter Infrastrukturen
Für den Metaform-Gründer und Architekten Shahram Agaajani war das Projekt von Anfang an mehr als der Bau eines Vélodrome. Er beschreibt es als ein Ökosystem, in dem unterschiedliche Aktivitäten und Funktionen miteinander interagieren können und mehrere Einrichtungen innerhalb eines einzigen Gebäudes zusammengeführt werden.
Dieser Ansatz berücksichtigt auch die Beziehung zwischen dem Sportkomplex und der zukünftigen Schule. Durch die gemeinsame Nutzung von Einrichtungen wie dem Schwimmbad und den Sporthallen vermeidet das Projekt eine doppelte Infrastruktur und schafft gleichzeitig engere Verbindungen zwischen Bildung und Sport.
Für den Bürgermeister von Mondorf-les-Bains, Steve Reckel, ist diese Verbindung mit der Bildung besonders wichtig. Die zukünftige Schule, die rund 1.600 Schüler aufnehmen soll, wird die Sportinfrastrukturen nutzen können, während das Schwimmbad auch für den Schulsport in der umliegenden Region zur Verfügung stehen wird. Die gemeinsame Nutzung der Infrastruktur kann dazu beitragen, die Wege für Schüler zu verkürzen und die Einrichtungen über den gesamten Tag hinweg besser auszulasten.
Der Komplex erstreckt sich über rund 28.000 m², davon werden künftig etwa 10.000 m² von der Radrennbahn und dem Zuschauerbereich eingenommen. Die Zusammenführung mehrerer Funktionen innerhalb dieser Fläche trägt zu einem kompakteren Entwicklungsansatz bei und reduziert die für den Bau und die spätere Instandhaltung erforderlichen Ressourcen.
Ein Gebäude, das sich in die Landschaft einfügt
Der architektonische Ansatz zeigt sich auch in der Beziehung zwischen dem Gebäude und seinem Umfeld. Der Komplex hat eine niedrige, langgestreckte Form, die sich in die Landschaft einfügt, während eine begrünte und leicht geschwungene Oberfläche zur Integration des Gebäudes in seine Umgebung beiträgt.
Das Dach des Vélodrome bildet innerhalb dieser Komposition ein markantes kreisförmiges Element und wird auch aus größerer Entfernung als sichtbarer Orientierungspunkt wahrnehmbar sein.
Der konstruktive Charakter des Projekts wird auf der Baustelle zunehmend sichtbar. Große Stahlträger mit einer Höhe von etwa sechs Metern werden derzeit installiert, um das Dach zu tragen. Die Betonarbeiten sollen im Oktober abgeschlossen werden, während das Dach bis Ende des Jahres geschlossen und abgedichtet sein soll.
Eine neue Etappe für den Radsport und den Sport in Luxemburg
Während ihres Besuchs ging Sportministerin Martine Hansen auch auf die Anpassung des Projektbudgets ein, das von der Abgeordnetenkammer auf 98 Millionen Euro angehoben wurde. Das ursprüngliche Budget lag bei rund 64 Millionen Euro. Nach Angaben der Ministerin ist die Erhöhung auf gestiegene Baukosten sowie zusätzliche Anforderungen zurückzuführen, darunter Anforderungen an die Barrierefreiheit, die Erschließung und neue Vorgaben des internationalen Radsportverbands.
Das Vélodrome soll Luxemburg eine eigene Infrastruktur für den Bahnradsport bieten und zur Entwicklung dieser Disziplin beitragen, insbesondere im Leistungssport. Gleichzeitig ermöglicht die Einbindung in einen größeren Sportkomplex, dass die Infrastrukturen Schulen, Vereinen, Sportlern und der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
Mit der nun zunehmend sichtbaren Struktur und dem entstehenden Dach tritt das Projekt in eine neue Phase ein. Das Vélodrome zeigt immer deutlicher seine Rolle nicht nur als Radsportanlage, sondern als Teil eines größeren Sportökosystems, das Sport, Bildung, Training und gemeinschaftlich genutzte Infrastrukturen in Mondorf-les-Bains miteinander verbindet.
Photography © Metaform
Möchten Sie Teil des Metaform-Teams werden?