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Oberkorn, Luxemburg
Die Sanierung und Erweiterung der Um Bock Schule bewahrt weit mehr als ein Gebäude. Neben der Bausubstanz bleiben auch die Identität des Ortes und seine Bedeutung für die Gemeinschaft erhalten. Das in den 1950er-Jahren errichtete Schulgebäude wurde mit besonderer Sorgfalt weiterentwickelt. Das Betonskelett und die roten Ziegelwände im Innenraum blieben erhalten und bewahren ihre ursprüngliche Materialität und Patina. Statt beschädigte Bereiche vollständig zu ersetzen, verfolgt das Projekt einen behutsamen und nachhaltigen Ansatz. Sanierung, Erweiterung und kreative Reparatur werden dabei miteinander verbunden.
Der räumliche Entwurf organisiert die Schule rund um einen zentralen Innenhof. Klassenräume und Erschließungsflächen sind als versetzte und ineinandergreifende Baukörper angeordnet. So entstehen lichtdurchflutete Räume, die sowohl strukturiertes Lernen als auch eine informelle Nutzung ermöglichen und über die klassische Organisation entlang eines Korridors hinausgehen. Die quadratischen Klassenräume bieten ein hohes Maß an Flexibilität und können an unterschiedliche Unterrichtsformen und inklusive Lernkonzepte angepasst werden. Neue Einrichtungen wie eine Sporthalle, eine Kletterwand und ein Tanzstudio erweitern das Angebot und ermöglichen eine Nutzung durch die gesamte Gemeinschaft.
Besonderes Augenmerk gilt der Schaffung eines inklusiven und lebendigen Umfelds. Die Vielfalt der Räume fördert den Austausch zwischen unterschiedlichen Nutzergruppen, während gemeinschaftlich genutzte Bereiche sowohl schulische als auch nachbarschaftliche Aktivitäten unterstützen. Indem die Schule ihr Angebot über den eigentlichen Schulbetrieb hinaus öffnet, stärkt das Projekt den sozialen Zusammenhalt und ihre Rolle in der Gemeinde.
Auch ökologische Verantwortung wird sowohl durch gestalterische Entscheidungen als auch durch den Bauprozess berücksichtigt. Der Erhalt der bestehenden Struktur reduziert Abbruchmaterial und gebundene CO₂-Emissionen deutlich. Gleichzeitig ermöglicht ein partizipativer Reparaturprozess den Kindern, spielerische Elemente aus Ziegeln selbst mitzugestalten. Als Schüler der Schule werden sie damit unmittelbar Teil der Architektur und tragen dazu bei, ihre Identität mitzuprägen. Flexible und multifunktionale Räume unterstützen zudem eine langfristige Nutzung und ermöglichen es dem Gebäude, sich an zukünftige Anforderungen anzupassen.
Die Arbeit mit der bestehenden Struktur erforderte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Erhalt des Bestands und der Integration neuer räumlicher und funktionaler Anforderungen. Die Identität des ursprünglichen Gebäudes zu bewahren und gleichzeitig neue Elemente einzufügen, verlangte eine präzise und sensible architektonische Antwort.
„Unser Ziel war es, eine Lösung zu finden, die weniger kostet, besser aussieht und einen deutlich größeren sozialen Mehrwert schafft.“
— Steve Weyland, Architekt
Die Erweiterung reagiert direkt auf den Bestand und orientiert sich an Maßstab, Ausrichtung und Materialität des Gebäudes aus den 1950er-Jahren. Sichtbeton mit holzstrukturierter Oberfläche und rote Faserzementplatten greifen die mineralische Materialität des Bestands auf, während Holzelemente und sanfte Grau- und Blautöne eine einladende Atmosphäre schaffen. Begrünte Bereiche und die Gestaltung der Fassaden stärken den Bezug zur Umgebung und schaffen eine Verbindung zwischen Architektur, Natur und dem Alltag der Kinder.
Die Um Bock Schule wird so zu mehr als einem Ort der Bildung. Sie entwickelt sich zu einem gemeinschaftlichen Ort, der durch Beteiligung, Anpassungsfähigkeit und Kontinuität geprägt ist. Das Projekt zeigt, wie eine sorgfältige Weiterentwicklung des Bestands und die Einbindung der Gemeinschaft einen nachhaltigen und sozial verantwortungsvollen Ort mit langfristigem Wert schaffen können.
Oberkorn, Luxemburg
Abgeschlossen
Grundschule, Maison Relais (außerschulische Betreuung) und Sporthalle
28 Klassenräume, Sporthalle, Kletterwand, Aufenthaltsraum und Räume für kreative Aktivitäten
Metaform
Umfassende Architektenleistung
Architektur, Landschaftsarchitektur, Innenarchitektur, Projektmanagement
LSC360
Entec
LSC360 | Metaform
Prefalux
Alice and David Bertizzolo
Steve Troes | Metaform (Kletterwand)
Metaform
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