1 Min. Lesezeit
2 Min. Lesezeit
Die Sanierung der Schule Um Bock zeigt, wie sich der Erhalt historischer Bausubstanz mit nachhaltiger Architektur verbinden lässt. Das in den 1950er-Jahren errichtete Gebäude bewahrt sein Tragwerk aus Stahlbeton sowie die roten Ziegelwände im Innenraum. Dadurch bleiben sowohl die ursprünglichen Materialien als auch ihre über Jahrzehnte entstandene Patina erhalten. Anstelle eines vollständigen Austauschs beschädigter Bauteile setzt das Projekt auf einen behutsamen Umgang mit dem Bestand, der Restaurierung, gezielte Reparaturen und möglichst geringe Eingriffe miteinander verbindet.
Nachhaltigkeit bildet einen zentralen Bestandteil des Entwurfs. Durch den Erhalt der bestehenden Tragstruktur konnten Abrissabfälle und gebundene CO₂-Emissionen deutlich reduziert werden. Gleichzeitig verlängern gezielte Instandsetzungsmaßnahmen die Lebensdauer des Gebäudes, ohne unnötig neue Materialien einzusetzen. Partizipative Reparaturprozesse ermöglichten es den Schülern, kleine Ziegelsteine selbst zu gestalten und in das Gebäude einzubringen. So wurde Kreativität unmittelbar Teil der Architektur und zugleich die Identifikation mit der Schule gestärkt.
Auch langfristig trägt das Projekt zu einer nachhaltigen Nutzung bei. Flexible und anpassungsfähige Räume können auf zukünftige Anforderungen im Schulbetrieb reagieren und verringern dadurch den Bedarf an späteren Umbauten. Die Materialwahl respektiert den Charakter des Bestands. Beton mit Holzstruktur und rote Faserzementplatten ergänzen das vorhandene Ziegelmauerwerk, ohne dessen Identität zu überlagern, und gewährleisten zugleich eine langlebige Ausführung. Das Projekt zeigt, wie sich ökologische Verantwortung, Bestandserhalt und gesellschaftliche Teilhabe in einer gemeinsamen Sanierungsstrategie verbinden lassen.
Foto "Realisiertes Projekt" © Steve Troes
Möchten Sie Teil des Metaform-Teams werden?