Urbane Dichte und räumliche Entwicklung in Luxemburg
3 Min. Lesezeit
Der Metaform-Gründer Shahram Agaajani war Teil einer Reportage von RTL über die urbane Dichte in Luxemburg. Begleitet von dem Sozialgeografen Antoine Paccoud vom LISER und dem Piloten Vincent Barreau überflog er das Land, um dessen territoriale Entwicklung aus der Luft zu betrachten und über die Möglichkeiten einer dichteren Entwicklung nachzudenken.
Das Gespräch geht von einer einfachen Beobachtung aus: Seit mehreren Jahren liegt die Zahl der in Luxemburg errichteten Wohnungen deutlich unter den angestrebten Zielwerten, während die Nachfrage weiter steigt. Gleichzeitig erfolgt die Entwicklung weiterhin zu einem großen Teil durch die Ausweitung von Dörfern und Stadtvierteln in landwirtschaftlich und naturnah geprägte Gebiete. Damit stellt sich die Frage: Warum nicht stärker in die Höhe bauen und bereits urbanisierte Gebiete verdichten?
Das Gebiet als Ganzes betrachten
Aus der Luft zeigt sich ein anderes Bild des Landes. Die beiden Experten sprechen über die Aufteilung in einzelne Gemeinden, die Verteilung der bebauten Flächen und die Rolle privater Grundstücke bei der städtebaulichen Entwicklung.
Für Shahram stellt sich dabei auch die Frage nach einer gemeinsamen Vorstellung davon, wie sich das Land entwickeln soll. Wenn einzelne Grundstücke unabhängig voneinander entwickelt werden, kann ein zusammenhängendes städtebauliches Konzept schwerer entstehen. Der Bedarf an Wohnraum, Infrastruktur und Mobilität betrifft jedoch das gesamte Land.
Auch die Frage, wo neue Stadtviertel entstehen, spielt dabei eine wichtige Rolle. Das Beispiel von Olm und Elmen zeigt die Grenzen eines Modells, bei dem sich Siedlungen weiter in die Landschaft ausdehnen, während bereits urbanisierte Gebiete noch Entwicklungsmöglichkeiten bieten.
Dichte erhöhen, ohne Stadt und Landschaft gegeneinander auszuspielen
Der Überflug von Belval zeigt eine andere Möglichkeit. Für den Metaform-Gründer ist die Entwicklung des Viertels ein gelungenes Beispiel für eine sinnvolle Verdichtung. Statt neue Flächen zu erschließen, wurde hier auf einem bereits genutzten Standort weitergebaut.
Auf dem ehemaligen Industrieareal entstand ein neues Stadtviertel. Für Shahram zeigt Belval, dass Wohnraumentwicklung und der Erhalt der Landschaft nicht zwangsläufig im Widerspruch zueinander stehen. Auch andere ehemalige Industrieareale, etwa in Dudelange und Esch-Schifflange, bieten Potenzial für eine weitere Entwicklung.
Bei der Frage nach der Dichte geht es allerdings nicht allein um die Anzahl der Wohnungen. Neue Stadtviertel brauchen auch Straßen, Versorgungsnetze und weitere Infrastruktur und verursachen damit öffentliche Kosten. Eine höhere Dichte kann dazu beitragen, vorhandene Infrastrukturen besser zu nutzen, wenn die Entwicklung im größeren Zusammenhang betrachtet wird.
Wie soll sich die Stadt weiterentwickeln?
Am Ende geht es um die grundsätzliche Frage, wie sich Luxemburg weiterentwickeln soll. Für Shahram Agaajani ist Dichte nicht nur eine Einschränkung. Sie kann auch eine Möglichkeit sein, die Stadt zusammenhängender zu entwickeln und dabei auf bestehende Infrastrukturen und bereits urbanisierte Gebiete zurückzugreifen.
Die Reportage mit RTL wirft damit eine weiterführende Frage zur Zukunft der städtebaulichen Entwicklung in Luxemburg auf: Wie lässt sich der Bedarf an Wohnraum decken, ohne die Zersiedelung weiter voranzutreiben? Und wie können Landschaften bewahrt und gleichzeitig bestehende urbane Gebiete weiterentwickelt werden?
Den vollständigen französischen Artikel auf RTL lesen.
Den französischen Beitrag auf RTL Play oder direkt unten ansehen.
Cover Foto © Unsplash/Timothee Gidenne | Fotos 2-3 © RTL | Foto 4 © Pexels/Ad Thiry